Wissenschaftliche Fachtagung Antirassistisches Kuratieren am 7. und 8. Juli 2022

Eine Kooperation des Bremer Landesmuseums mit der Guernica-Gesellschaft e.V. und der Stiftung Kritische Kunst und Kulturgeschichte

 

Deutschland ist ein Einwanderungsland, Menschen mit Migrationshintergrund gehören selbstverständlich dazu, auch wenn dies in einzelnen Gesellschaftskreisen noch in Frage gestellt wird. Zukünftig werden deutsche Kultureinrichtungen ein entsprechend gemischtes Publikum haben bzw. müssen sich darauf einstellen, wenn sie ihre gesellschaftliche Relevanz nicht verlieren wollen.

In den letzten Jahren hat sich im deutschen Museumswesen die Erkenntnis durchgesetzt, dass es hinsichtlich des Umgangs mit rassistischen Objekten sowie der Berücksichtigung des Kolonialismus und seiner Folgen nicht nur in ethnologischen Museen, sondern auch in kulturgeschichtlichen Museen und Kunstmuseen Nachholbedarf gibt. Die Aktivitäten von Schwarzen und weißen Aktivist:innen in der Gesellschaft, ein neues Interesse an postkolonialen Forschungsansätzen an den Universitäten sowie das 360°-Programm der Bundeskulturstiftung zur Diversifizierung von Programm, Publikum und Personal in Kultureinrichtungen haben bundesweit zu einer erhöhten Sensibilisierung für die Thematik geführt.

Die Zeit ist reif, um die postkoloniale Theorie in die Vitrine zu überführen. Wie können rassistisch konnotierte Objekte ausgestellt werden? Will man das überhaupt? Wozu? 

Zu diesem Thema findet am 7. und 8. Juli 2022 eine Fachtagung im Bremer Focke-Museum – Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte statt.
Die Beiträge sollen praktische Beispiele antirassistischen Kuratierens vorstellen und diskutieren und werden dann im Band 2023 des Jahrbuchs Kunst und Politik erscheinen.

Die Teilnahmeplätze sind begrenzt. Bei Interesse bitten wir um Anmeldung bis zum 10. Juni 2022 an: wettbewerb@focke-museum.de

 

Tagungsprogramm

Donnerstag, 7. Juli 2022
14.00 Uhr Eröffnung
14.15 Uhr Sithara Weeratunga, Museum der Bildenden Künste Leipzig: Vom Perspektivwechsel zum Objektrundgang im Kunstmuseum
15.00 Uhr Tanja Bah, Altona Museum: Repräsentation, Sprechmacht, Kontinuitäten – Schwarzer Menschen in der Sonderausstellung „Close Up. Hamburger Film- und Kinogeschichten“

Pause

16.00 Uhr Ismahan Wayah, Historisches Museum Frankfurt/M.: (Un)Möglichkeiten des Schwarzen Kuratierens. Ein biografisches Kabinett zu Theodor Wonja Michael
16.45 Uhr Mahret Kupka, Isabel Raabe, Museum für Angewandte Kunst Frankfurt/M.: TALKING OBJEKT LAB
17.30 Uhr Führung durch die Stadtlabor-Ausstellung „Augen auf! Kolonialismus und seine Folgen in Bremen“ und „I“ wie „Inhalieren“ im Schaumagazin

Freitag, 8. Juli 2022
9.00 Uhr Alejandro Perdomo Daniels, freier Kurator: Le seil noir. Ein Versuche antirassistischen Kuratierens
9.45 Mascha Eckert, Spielzeugmuseum Nürnberg: Gegenzeichnen! Künstlerische Kontextualisierung von
Exponaten als Methode für antirassistisches Kuratieren

Pause

10.45 Sandra Schürmann, Museum der Arbeit Hamburg: Instruktive Verunsicherung: eine Bilanz zum Ausstellungsprojekt „Grenzenlos“
11.30 Paola Ivanov, Kristin Weber-Sinn, Jocelyne Stahl, Maike Schimanowski, Humboldt-Forum Berlin: „No Consent – No Object?“ Eine Werkstatt-Ausstellung im Humboldt Forum
12.15 Zusammenfassung und Ausblick

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